Pavillon
Anbau und Ausstellung

The Pavilion ist ein lichtdurchfluteter Anbau an ein Einfamilienhaus aus den 1950er-Jahren, der die Grenze zwischen Innen- und Außenraum aufzulösen scheint. Die ehemals nach Norden ausgerichtete Küche und der Essbereich werden zu einer flexiblen Gäste- oder zukünftigen Eigentumssuite im Erdgeschoss, während die gemeinschaftlich genutzten Räume in den neuen gläsernen Pavillon verlagert werden, dessen Boden und Dach großzügige Ausblicke in den Garten rahmen.

The Pavilion ist abgesetzt und über eine gläsernen Fuge mit dem Bestandsgebäude verbunden, wodurch er als eigenständiger moderner Baukörper wahrgenommen wird. Diese bewusste Gegenüberstellung zum bestehenden Haus lässt ihn eher dem Garten als dem Gebäude selbst zugehörig erscheinen. Die reflektierende Glasfassade und das Gründach spiegeln den Garten wider, erweitern ihn optisch und tragen zugleich zur passiven Heiz- und Kühlfunktion bei. Innen treffen roher Ziegel, präziser Stahl und warmes Holz in sorgfältig ausgearbeiteten Anschlüssen aufeinander.

Zur Straßenseite schützt eine straffe, blickdichte Ziegelfassade die Privatsphäre, während Licht durch ein Dachfenster ins Badezimmer fällt. Entlang der Gartenseite öffnet sich der Ziegelkörper zunehmend: zunächst als einzelnes Fenster zum Hauswirtschaftsraum, später als Vorhangfassade, die den Pavillon samt zurückweichender Ziegelwand umschließt.

Obwohl der Anbau ästhetisch im Kontrast zum Bestand steht, übernimmt und verfeinert er die thermische Low-Tech-Strategie des Hauses in Form einer Trombe-Wand: ein massives Ziegel-Element in Kombination mit hochleistungsfähiger Verglasung, das den Raum passiv heizt und kühlt und die Glasfassade so zu einem klimatischen Vorteil macht. Offen zum bestehenden Gebäude lernt der neue Baukörper vom Alten, arbeitet innerhalb der gegebenen Bedingungen und bewahrt, anstatt zu zerstören.

Standort – NI, Deutschland
Typologie – Einfamilienhaus Anbau, 170 QM
Bauherr - Private Kunden
Status – Abgeschlossen, 2025
Dienstleistungen – Leistungsphasen 1-9
Kollaborationspartner – Sierra Boaz Cobb und Kirsten Judith Augstein
Fotos – Hannes Heitmüller


 THE PROCESS.

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